9. Welches sind Erfolgsfaktoren für die schulische Integration?

 

Das Gelingen der schulischen Integration von Lernenden mit besonderem Bildungsbedarf, dabei eingeschlossen auch Behinderung, ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Dies macht jede Situation der Integration einzigartig. Folgende Faktoren, hervorgegangen aus den Erfahrungen in der Praxis werden genannt:

Klassengrösse und zusätzliche Ressourcen
Die schulische Integration wird durch eine angemessene Klassengrösse sowie durch zusätzliche Ressourcen (Stützlehrperson, Schulische/r Heilpädagoge oder Heilpädagogin, Assistenz) erleichtert.

Grundausbildung der Regelschullehrpersonen
Die Betreuung von Kindern mit speziellen Bedürfnissen wird durch eine gute Grundausbildung der Regellehrpersonen während ihrer Ausbildung zu den Themen Führung von heterogenen Leistungsgruppen und Differenzierung erleichtert. Letztere wird als eines der zentralen pädagogischen Instrumente betrachtet.

Einstellungen der Lehrpersonen
Positive Einstellungen gegenüber der schulischen Integration fördern deren Gelingen. Diese Einstellungen hängen u.a. neben den erhaltenen Informationen und der Unterstützung der Lehrperson auch von ihren Erfahrungen ab (diejenigen, welche Integration erlebt haben, sind grundsätzliche positiver eingestellt).

Einstellungen des Kindes/Jugendlichen und seines Umfelds
Eine positive Einstellung des Kindes/Jugendlichen und seines Umfelds zur Integration erleichtert die Integration.

Art der Arbeitsorganisation
Die Arbeitsorganisation wie auch ihr Potential zur Differenzierung von Situationen und pädagogischen Massnahmen sind von grosser Bedeutung. Die Differenzierung sollte im Zentrum der pädagogischen Praxis stehen – nicht nur als Methode – sondern als Form der Arbeitsorganisation. Unter Differenzierung versteht man das Anpassen von Mitteln und Arbeitsweisen im Hinblick auf die individuelle Situation des Schülers und für gewisse Lernende, das Anpassen der Lernziele.

Zusammenarbeit der Fachleute und Zusammenarbeit mit den Bezugsgruppen
Eine gelingende Integration hängt von der Zusammenarbeit nicht nur zwischen den jeweiligen Fachpersonen, sondern auch von der Kooperation zwischen Fachleuten und Bezugspersonen des Kindes/Jugendlichen ab.

Persönliche Eigenschaften des Kindes/Jugendlichen und seines Umfelds Die Persönlichkeitsmerkmale des Kindes, die Art der Beeinträchtigung, die Beziehungen zwischen der Familie des Kindes und seiner Schule, der sozio-ökonomische Status der Familie und weitere Faktoren beeinflussen den Ablauf der schulischen Integration.

Der Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer LCH hat ein Positionspapier sowie weitere Gelingensbedingungen für eine integrierte Förderung für alle formuliert.

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